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Kranzniederlegung am Antikriegstag

Edith Belz

Sich gegen den Krieg zu stellen erfordert nur ein wenig Mut

Mitglieder der Linken, des Friedensforums, des Türkischen Arbeitervereins, des Vereins Dialogos und Oberbürgermeister Axel Jahnz gedachten am Antikriegstag dem Beginn des 2. Weltkrieges. In diesem Jahr ist alles anders: Da aufgrund der Pandemie die Kranzniederlegung des DGB nicht öffentlich durchgeführt wurde, haben einige Organisationen von sich aus zum Friedhof in Bungerhof eingeladen.

„Gerade in diesem Jahr, in dem sich das Ende des Krieges zum 75. Mal jährt, finden wir es wichtig die Veranstaltung ganz real zu machen und den Menschen die Möglichkeit zu geben, persönlich teilzunehmen“, so Edith Belz, Kreissprecherin der Linken.

„75 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs ist die Gefahr eines erneuten weltumspannenden Kriegsgeschehens nicht gebannt; im Gegenteil.“ So begann Helmuth Riewe, Mitglied des Friedensforums, seine Rede am Grabmal der ukrainischen Zwangsarbeiter.

„Weltweite Bemühungen, Atomwaffen international zu ächten, stoßen gegenwärtig bei den NATO Staaten noch auf Ablehnung. Trotz der laufenden Kriege und der wachsenden atomaren Kriegsgefahr bekommt man in diesem Land eher 50 Tausend Menschen gegen die staatlichen Maßnahmen zur Coronapandemie auf die Straße als für Frieden und Abrüstung. Da ist es nur ein kleiner Trost, dass es in Delmenhorst im abgelaufenen Jahr gelungen ist, den Stadtrat zum Beitritt zur internationalen Vereinigung „Bürgermeister für den Frieden“ zu bewegen. Aber immerhin, “ führt Riewe aus.

Auch das Schicksal der Zwangsarbeiter in Deutschland und besonders in Delmenhorst war im Fokus. Erst nach Machtergreifung der NSDAP im Jahre 1933 wurde Delmenhorst militärisch. Ein Großteil der kriegsfähigen Männer wurde eingezogen und es fehlten Arbeitskräfte.

„Als eine Konsequenz wurden aus den besetzten Ländern Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter abtransportiert, im Osten Europas vor allem aus Polen und der Sowjetunion“, erinnert Riewe.

Viele Unternehmen, die als Wehrmachtsbetriebe eingestuft waren wurden, mit Zwangsarbeitern „versorgt“. Unter anderem die Maschinenfabrik Wehrhahn, die Firma Friedrich Christoffers, die Norddeutsche Woll- und Kammgarnindustrie und die Deutschen Linoleumwerke (DLW).

Noch weniger wird über die sogenannten „Fremdarbeitslager“ geredet.
Riewe führt aus, wo und wie viele dieser Lager es in Delmenhorst gab, alleine auf der Nordwolle wird die Zahl der ausländischen Arbeitskräfte auf weit über 1000 geschätzt. Deutschland war zu einer Art Sklavenhaltergesellschaft verkommen, an der fast alle teilnahmen, um zumindest das eigene Überleben zu sichern.

„Wenn erst einmal Krieg herrscht, wird es – das lehrt die Geschichte – lebensgefährlich, ein anständiger Mensch bleiben zu wollen. Heute benötigt man dafür lediglich ein wenig Mut“, schließt Riewe seine Rede mit einem Appell:

„Ich bitte Sie, ich bitte Euch darum, bringt diesen Mut auf.“


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