8. November 2015

Am Jahrestag der Pogromnacht Gedanken zu rechter Gewalt

DIE LINKE. Delmenhorst kritisiert Asylrechtsverschärfung und ruft zu Achtsamkeit auf

Die Vorstellung, dass Pegida am 9. November in Dresden wieder demonstrieren wird und in Braunschweig Bragida sogar einen Fackelmarsch durch die Stadt plant ist unerträglich. „Dies ist ein Schlag ins Gesicht alle Antifaschisten, die sich seit Jahren gegen Rassismus und Antisemitismus engagieren“, so Edith Belz, Kreissprecherin der Linken in Delmenhorst. „Am Jahrestag der Pogromnacht, die immer noch verharmlosend als „Reichskristallnacht“ bezeichnet wird, muss dem Gedenken an die Ermordeten vorbehalten sein und darf nicht von den „neuen Rechten“ vereinnahmt werden.“, so Belz weiter. In den Tagen um den 9. November wurden Hunderte Menschen ermordet oder in den Suizid getrieben und weit über 1000 Synagogen, Geschäfte und jüdische Friedhöfe zerstört. Dies war nur der Beginn der systematischen Verfolgung und Ermordung von Millionen Juden in Deutschland.

Gerade heute ist es wichtiger denn je, aufzuklären damit rechte Gewalt endlich ernsthaft verfolgt rechte Gewalttäter verurteilt werden. In einer Zeit, in der in Deutschland Flüchtlingsunterkünfte brennen, Flüchtende verfolgt und angegriffen werden und in der rechte Parolen wieder gesellschaftsfähig werden, ist auch die Politik gefordert einzugreifen und dem entgegen zu treten.

Mit der erneuten Asylrechtsverschärfung tut die große Koalition genau das Gegenteil. „Sie gießt damit Wasser auf die Mühlen der Faschisten und der sogenannten „Asylgegner“, anstatt Versäumnisse der vergangenen Jahre im Bereich des sozialen Wohnungsbaus, Infrastrukturen und Personal für Bildung sowie für die Bearbeitung von Asylanträgen aufzuarbeiten“, stellt Harmut Rosch, Kreissprecher, fest. „Die Parallelen zwischen brennenden Synagogen und brennenden Flüchtlingsunterkünften sind unübersehbar, wir dürfen unsere Augen nicht davor verschließen und müssen dem braunen Mob auch auf den Straßen entgegen treten“, so die Sprecher.