10. Juni 2016

Die Planung des Gesamtklinikums in der Innenstadt ist nicht durchdacht

Am Dienstag, dem 14. Juni, sollen die Mitglieder des Planungsausschusses über den Bebauungsplan „Josef Hospital“ abstimmen. Dieser wird dann im Verwaltungsausschuss, ohne weitere Zustimmung des Rates, beschlossen.

„Die Entscheidung, das Gesamtklinikum „Josef Hospital“ in der Innenstadt zu bauen, ist nicht durchdacht und kann mit gesundem Menschenverstand nicht nachvollzogen werden,“ so Edith Belz, Kreissprecherin der Linken in Delmenhorst, „so werden Tatsachen geschaffen, um diese dann als Argumente für den Standort zu nutzen.“ Dass es bereits ein Gesundheitszentrum vor Ort gibt, ist ein Beispiel dafür. Die Tatsache, dass es immer noch keinen Verkehrswegeplan gibt und dieser erst im Nachhinein gestrickt werden soll, sollte bei allen Beteiligten dafür sorgen, ihre Entscheidung für den Standort Westerstraße noch einmal intensiv zu überdenken.

„Wenn schon im Juli die Stationen nach Deichhorst verlegt werden, mag es ja richtig sein, dass im Pflegebereich mehr Personalressourcen zur Verfügung stehen. Was aber wird aus den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Cafeteria, der Küche etc., also den Arbeitsplätzen, die als sogenannte Doppelstrukturen wegfallen?“ fragt sich auch Kreisschatzmeister Manuel Paschke. 

„In vielen Gesprächen mit Delmenhorsterinnen und Delmenhorstern haben wir keine Stimme gehört, welche diesen Standort für richtig und gut hält, auch die bessere Anbindung durch die Nähe zum ZOB spielt da keine große Rolle. Das Klinikum ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen und hält außerdem ausreichend Parkplätze vor,“ fügt Belz hinzu, „auch wüssten wir gern was passiert wenn zu spät festgestellt wird, dass die Standortentscheidung falsch war. Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, Fehler zu vermeiden.“