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Pressemitteilungen und Fotos zum Atlas Streik

         

Atlas-Streik: Filipov überschreitet Grenze:
Betriebsrat fristlos gefeuert

Der Streik bei Atlas in Ganderkesee (Landkreis Oldenburg) eskaliert: Willkür-Unternehmer Fil Filipov, der sich seit Wochen weigert mit der Gewerkschaft IG Metall und mit dem Betriebsrat über den Abschluss eines Haustarifvertrages zu verhandeln, hat jetzt offenkundig eine Grenze überschritten: Wegen einer angeblichen Tätlichkeit am vergangenen Freitag feuerte er einen Betriebsrat – die streikenden Kollegen vor den Werkstoren nahmen es gelassen auf. „Der Mann schaufelt sich sein eigenes Unternehmergrab“, so einer der Kommentare. Auch beim Arbeitgeberverband, der in dem Streik vermitteln soll, herrscht nur noch kopfschütteln. Ein Beobachter: „Zum jetzigen Zeitpunkt einem Betriebsrat fristlos zu kündigen ist das dümmste, was ein Unternehmer machen kann“. Denn um eine fristlose Kündigung durchzusetzen, benötigt Filipov nach deutschem Betriebsverfassungsgesetz die Zustimmung des Betriebsrates – doch mit dem lehnt er jedes Gespräch ab. Der gefeuerte Betriebsratskollege: „Da gab es unter Zeugen keine Tätlichkeit, das ist alles konstruiert. Damit kommt der Mann vor keinem Arbeitsgericht durch“. Er weiß, dass die IG Metall hinter ihm steht. Für die streikenden Metaller steht fest: Filipov will sie bis auf´s Blut provozieren.   Am Dienstagmorgen kam eine Abordnung der Vertrauensleute von Airbus Bremen, um den streikenden Kollegen die Solidarität zu versichern. Zwei Stunden später traf ein Bus mit ca. 40 Metallern unterschiedlicher Baumaschinen- Unternehmen vor dem Werkstor ein, die in Wilhelmshaven an einem Seminar teilgenommen haben.

Für Mittwoch, 27. Oktober, hat die IG Metall zu  einem eintägigen Streik auch die Beschäftigten an den Atlas- Standorten in Delmenhorst und Vechta aufgerufen. Gleichzeitig findet vor dem Werkstor eine Kundgebung statt, an der der 2. Bundesvorsitzende der IG Metall, Detlev Wetzel, und die Bezirksleiterin des IG Metall Bezirks Küste, Jutta Blankau, teilnehmen werden. Die Metaller aus Delmenhorst und Vechta werden mit Bussen nach Ganderkesee transportiert.   pv

    

    

 

Atlas-Streik: DIE LINKE erklärte sich solidarisch

Die Harten kommen in den Garten ... Dieser berühmte Arbeiter- Spruch trifft momentan auf die streikenden Atlas-Beschäftigten in Ganderkesee zu. „Die ersten zwei Nächte waren beinhart, am zweiten Tor in Ganderkesee pfeift total der kalte Wind,“ sagte IG-Metallsekretär Thomas Tillmann-Bramkamp. In einem Zelt und in einem Wohnwagen können sich die Arbeiter bei Außen-Temperaturen um die fünf Grad aufwärmen. Die Solidarität in der Bevölkerung ist groß: Bäckereien bringen Brötchen vorbei, vorbeifahrende Autofahrer hupen zustimmend, Passanten erkundigen sich, ob Filipov, der bulgarische Eigentümer des Baumaschinen- Herstellers Atlas, bereits eingelenkt habe: Fehlanzeige! Und die „Knackwurst-Gewerkschaft“ Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) in Bremen unterstützt die Streikenden ab sofort mit Lebensmitteln. Niemand hier vor Ort und bei den Gewerkschaften kann die Haltung des Unternehmers verstehen, der sich einem Gespräch mit der IG Metall und mit dem Betriebsrat über den Abschluss eines Tarifvertrages verweigert. Die Lkw-Fahrer von Zulieferer Firmen ließen sich überzeugen, dass die Produktion in Ganderkesee stillsteht, ein Fahrer aus dem aus anderen Gründen streikenden Frankreich machte gleich auf dem Absatz kehrt: „Auch bei euch ...?“

Jörg Dombrowe und Peter Vogel, Sprecher der Partei DIE LINKE in Delmenhorst, brachten der streikenden Belegschaft am vergangenen Sonntag ein umfangreiches Fresspaket vorbei – gespendet von der Delmenhorster Linkspartei und von der „Kerem Kulturkneipe“ in Delmenhorst. LINKE-Ratsherr Jörg Dombrowe: „Wir unterstützen diesen Streik, der sich auch gegen die gnadenlose Willkür eines Unternehmers richtet, ohne Vorbehalt“

Die streikenden Arbeiter machen sich keine Illusionen: „Filipov wird noch nicht nachgeben. Dann geht es eben auch in Delmenhorst und in Vechta in den Streik“. Schon jetzt, so Insider der Branche, habe der Atlas- Eigentümer den guten Namen des weltweit bekannten Unternehmens ruiniert. Ein Arbeiter: „Es ist eine Schande, wie dieser Mann das Lebenswerk von Generationen kaputt macht“.                                                        pv