







Klaus Ernst bei Atlas-Streikenden
in Delmenhorst und Ganderkesee
Auf Einladung des Kreisverbandes Delmenhorst machte der Bundesvorsitzende der Partei DIE LINKE, Klaus Ernst, Station bei den Streikenden der Atlas-Werke in Delmenhorst und Ganderkesee und gab damit dem Arbeitskampf eine bundespolitische Dimension.
Ernst befand sich auf dem Weg zum Landesparteitag der niedersächsischen Linken in Emden. Vor Atlas-Arbeitern in Delmenhorst sagte der IG Metaller Ernst, der seit 1995 1. Bevollmächtigter seiner Gewerkschaft in Schweinfurt (Franken) war: „Was ihr, liebe Kolleginnen und Kollegen, mit euerem Streik angeschoben habt ist über euere Region hinaus von enormer und grundsätzlicher Bedeutung. Denn ihr kämpft um einen Tarifvertrag, der euch die Menschen- und Arbeitswürde garantieren soll und gegen einen Unternehmer, der sich der frühkapitalistischen Ausbeutung verschrieben hat“. Atlas-Inhaber Fil Filipov, müsse sich warm anziehen, wenn er gegen die IG Metall weiterhin kämpfe: „So viel Geld wie bei uns in der Streikasse ist, muss Herr Filipov erst einmal aufbringen“. Vor dem Werkstor in Ganderkesee ermutigte der Politiker die streikenden Arbeiter, zum Durchhalten. „Herr Filipov glaubt offensichtlich, er bewegt sich in der Bundesrepublik in einem rechtsfreien Raum. Und deshalb ist es richtig und eine Frage der Würde, dass ihr euch nicht in Arbeitsbedingungen drücken lasst, die diktatorisch von einem Einzigen festgelegt werden“. Auf dem Landesparteitag der LINKEN in Emden machte Klaus Ernst den Streik der Atlas- Beschäftigten zum Schwerpunktthema seiner Rede.
Bereits am Vortag hatte die linke Bundestagsabgeordnete Jutta Krellmann das Gespräch mit den Atlas-Streikenden in Delmenhorst gesucht. Am Sonnabend, 20. November, fand vor dem Delmenhorster Rathaus eine Protestkundgebung der IG Metall statt, an der etwa 700 Menschen, unter ihnen der niedersächsische SPD-Landesvorsitzende Lies, eine Abordnung der Linkspartei des Bremer Senats und Sprecher des DGB sowie mehrerer Gewerkschaften teilnahmen. Der Delmenhorster Oberbürgermeister Patrick De la Lanne verurteilte erstmals öffentlich das Verhalten des Atlas- Besitzers Fil Filipov. nrd/Fotos: pv